Rafaels Japan Blog – Japan Tour Journal
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Arigato gozaimashita!
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Ravensburg 2026-09-10
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Soo es kommen keine tiefgründigen Gedanken, aber noch ein kleines Update zum Rückflug. Es hat alles geklappt, das Essen war solide (wenn auch nicht vegetarisch) und ich bin gar nicht soo müde.


Im Flug nach Peking wurde mir mein Ticket für den zweiten Flug abgenommen und versprochen, ich würde bei der Landung ein neues erhalten. Nachdem das nicht passiert ist und sich irgendwie auch niemand aus dem Team dazu bekannt hat, mir das Ticket abgenommen zu haben (ich hab mir das Gesicht dummerweise nicht gemerkt), hatte ich echt kein gutes Gefühl. Mir wurde versprochen, ich könnte am Schalter im Flughafen ein neues Ticket beantragen. Allerdings bin ich dann quasi vom Flugzeug nach Peking gegangen ohne ein Ticket für einen Weiterflug, also jetzt echt nicht die tollste Lage. Ich dachte auch kurz, dass das halt Chaos von lauter verschobenen Taifun-Flügen war, aber irgendwie war ich der einzige, den das betroffen hat… ganz komisch, ich versteh’s auch echt bis heute nicht.

Ich konnte dann tatsächlich ein neues Ticket beantragen, das war auch gar nicht so aufwendig, und damit bin ich entspannt in den Transit-Bereich gegangen. Den kannte ich ja schon vom Hinflug, ich hab mir also bisschen die Zeit vertrieben und bin dann gegen 3 Uhr japanischer Zeit (dann doch schon ziemlich müde) an Bord gegangen.

Der Flug ging insgesamt echt schnell vorbei, ich hab bisschen gelernt, bisschen gegessen und bisschen geschlafen. Zwischendurch auch ein bisschen aus dem Fenster geschaut, denn es gab nicht nur schönen Sternenhimmel zu sehen, sondern auch Morgenröte. Der Flug war nämlich nicht nur die längste Nacht meines Lebens, sondern gleichzeitig auch der längste Sonnenaufgang meines Lebens. Gegen 2:00 Uhr MEZ habe ich ihn das erste Mal gesehen. Wir sind ja Richtung Westen geflogen und ich saß auf der rechten Seite, deswegen konnte ich nicht alles sehen, sondern wenn dann rechts hinten. Und ab Sankt Petersburg ungefähr sind wir dann eher Richtung Südwesten geflogen, bedeutet da saß ich dann auf der falschen Seite. Über München haben wir nochmal eine Schleife gedreht und da hab ich dann die Bergsilhouette, das Morgenrot und die nebelbedeckten Wiesen und Seen gesehen. Das war richtig schön :)


Ich fand das echt spannend mit dem ewigen Sonnenaufgang. Im Flugzeug habe ich eine kleine Rechnung angestellt: 40.000 km Erdumfang / 24 Stunden = 1.667 km/h. Diese Geschwindigkeit bräuchte man, um immer die gleiche Tageszeit zu halten, wenn man genau auf dem Äquator fliegen würde. Das haben wir ja nicht gemacht, wir haben ziemlich über die Nordhalbkugel abgekürzt, außerdem habe ich in einer nachträglichen Recherche noch miteinbezogen, dass wir ja nicht auf dem Boden, sondern in 10 km Höhe waren. Damit kam ich dann auf 1.112 km/h. Ich weiß nicht genau, was unser Flugzeug durchschnittlich für eine Geschwindigkeit hatte, ich denk so 800-900 km/h, also da kamen wir schon ziemlich nah dran. Ergibt ja auch Sinn mit dem langen Sonnenaufgang. Hach das ist doch schön, wenn Rechnung und Beobachtung so übereinstimmen hehe


Mit einem feinen Frühstückszwischenstopp in München und einem kleinen Kaffee-Zwischenstopp in Wolfegg (da hat Mama mich abgeholt) sind wir dann nach Hause gefahren, ich war noch eine Runde mit Salome joggen – tat sehr gut, mich mal wieder kurz zu bewegen – und dann gab es sehr leckere Bruschetta zum Abendessen. Ich sitz jetzt im Bett, es ist kurz nach 22 Uhr und damit die perfekte Schlafenszeit, um morgen ohne Jetlag, erholt und trotzdem relativ früh in den Tag zu starten. Genau das wünsche ich euch auch :)


Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich dann auch offiziell von hier. Es hat mir echt Spaß gemacht, die Tage und Ereignisse für euch zu dokumentieren. Ich hoffe, ihr habt euch mitgenommen und vielleicht ein bisschen unterhalten und informiert gefühlt. Ich werde auf jeden Fall gerne auf diese Reise zurückblicken und sicher einige Nachwirkungen mitnehmen! Danke an alle Kommentare, hat mich immer gefreut die zu lesen :)

Und damit ein letztes Mal (über diesen Blog) ganz liebe Grüße in alle Welt, und an den Großteil von euch jetzt gar nicht mehr so weit von hier!!!


P.S. Der Tag um Sendai herum sollte der einzige gewesen sein, an dem ich die Kamera benutzt habe hehe. Aber ich hab jetzt zumindest die Bilder mal ausgelesen, also ihr bekommt hier noch ein paar Prachtexemplare ;)

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Servus
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2026-09-23

Ich bin gelandet und warte grad auf meinen Rucksack :)

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Durch den Monsun
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International Airport Tokyo-Haneda 2026-09-22
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Ich steh grade am Flughafen und warte, da kann ich doch grad auch bisschen schreiben.


Zu gestern: mein Ticket hat noch ein paar Stunden und nervenaufreibende Momente gebraucht, nachmittags kam es dann :)

Ich war fast den ganzen Tag im Haus und hab gelernt, mich um das Ticket gekümmert oder Sachen für die Pfadis gemacht. Vom Taifun hab ich also nicht viel mehr mitbekommen außer dem Regen auf dem Dachfenster (ich war Fan). Kurz war ich dann aber doch mal draußen, natürlich hat es stark geregnet und später gab es durchaus auch Wind, aber das hab ich beides schon stärker erlebt… dann im Internet zu sehen, was ein paar Kilometer weiter passiert, war schon überraschend.


Die Leute aus Max‘ Wohnheim hatten entweder eh noch keine Uni oder „taifunfrei“ und haben viel im Wohnzimmer gechillt und Geoguessr oder Uno gespielt oder gequatscht. Ich war nicht so viel dabei, aber das war echt cool und hat einen guten Eindruck gemacht :)


(Update: ich hab’s inzwischen durch den Flughafen geschafft und sitz an meinem Gate)


Heute sind wir mal wieder früh aufgestanden und zum Fischmarkt gefahren. Da gab es jede Menge Fische, allerdings auch ungefähr jedes andere Tier, das man so im Meer finden kann und auch ein paar ganz andere Stände. Wir sind durchgeschlendert und haben ein paar Probierhäppchen schnabuliert. Es waren echt enge Gassen und ziemlich voll, also ganz gute Markt-Stimmung.


Dann sind wir wieder zurückgefahren und ich hab meine Sachen fertig gepackt. Und dann ging es nach einem tränenreichen Abschied von Max (jetzt sind wir beide auf uns gestellt🙏) auch schon Richtung Flughafen. Ich hab eine schnellere Zugverbindung bekommen, mit der ich echt früh da war, also noch bevor der Schalter geöffnet hatte. Aber dadurch kam ich dann schnell dran und auch danach hat alles entspannt und unkompliziert geklappt. Achja, am Schalter wurde mir gesagt, dass ich ja einen Tag in Peking verbringen würde... Der Meinung war ich aber nicht und auch dieses Missverständnis konnte sich lösen (Ich weiß immer noch nicht, was das Problem war, aber ich hab meine Tickets mit richtigen Daten und Uhrzeiten).


Jaa jetzt sitze ich hier und in einer Stunde geht's los. Das hab ich noch nicht ganz realisiert, bisher habe vor allem immer bis hier gedacht, grade weil das ja die letzten Tage auch nicht so klar war. Ich hab meine Handy-Uhrzeit umgestellt, meine Armbanduhr noch nicht, was irgendwie auch ganz gut zur aktuellen Stimmung passt. Jetzt beginnt nämlich die längste Nacht meines Lebens (klingt dramatisch gell hehe). Also hier (18 Uhr) wird es grad dunkel und wenn ich in München lande, wird ungefähr grade die Sonne aufgehen. 19 Stunden später… Bisschen schade, ich hätte gern ein bisschen mehr gesehen als auf dem Hinflug, aber ist schon in Ordnung. Ich hab grad einen Heißwasser-Spender gesehen und musste dran denken, wie erstaunt wir darüber in Peking beim Hinflug waren – da waren wir noch nicht im Instant Ramen-Game.


Ich hab grad meine vorerst letzte Fleischmahlzeit genossen (also falls meine vegetarischen Mahlzeiten vom ursprünglichen Flug übernommen wurden). Danke an den Lachs, der für mich gestorben ist – und danke ans vegetarierfreundliche Deutschland dafür, dass ich mir darüber bald keine Gedanken mehr machen muss. Ich bin echt gespannt, wie es sich anfühlen wird, wieder zurück zu sein, das kann ich mir nämlich grad kaum vorstellen. Es ist schon krass, an was man sich alles gewöhnen kann in nur drei Wochen. Also ich denk jetzt nicht, dass ich mich vor euch verbeugen werde, aber so bisschen Schlürfen beim Essen ist vielleicht schon drin…


Ich war vor Japan auch schon auf anderen Stationen und insgesamt knapp mehr als einen Monat unterwegs. In der Zeit ist wirklich SO viel passiert und vielleicht kann ich das im Flugzeug jetzt auch noch ein bisschen verarbeiten, bevor es in München und Ravensburg und dann auch bald Tübingen weitergeht mit dem gewohnten Leben… Insgesamt freu ich mich bei allen tollen Erfahrungen hier grade sehr auf meine Familie und meine Freunde und einfach meinen Alltag!


Vielleicht werde ich noch ein paar tief-philosophische Gedanken aus dem Flugzeug teilen, vielleicht auch nicht, wir werden sehen ;)


Ich werde hier irgendwann mal Bescheid geben, dass ich wieder im Lande bin. Alternativ hab ich at this point eh schon so viel erzählt, da könnt ihr mich grad auch auf Schritt und Flügelschlag überwachen. Das sind meine Flugnummern: CA168 und CA961


Übrigens eine letzte Vokabel: Mono no aware - „Es ist wunderschön, und genau deshalb tut es ein bisschen weh, weil es nicht ewig bleibt.“ (wow jetzt sind wir schon so advanced, dass wir über Wörter ohne direkte Übersetzung reden)

Ganz so melancholisch wie das grad vielleicht klingen mag bin ich nicht, ein bisschen schon, aber ich genieß es :)


Noch zu den Fotos vom Fischmarkt:

1. Wer käm bitte auf die Idee, da rein zu fassen?!

2. fand ich sehr sinnbildlich für die Esskultur, weil man Wagyu-Beef echt überall angepriesen bekommt, oft auch mit gesalzenen Preisen. Und Wal fand ich einfach crazy, aber überrascht mich an der Stelle auch nicht mehr...


Sorry, heute ein bisschen chaotisch geschrieben, aber wenn ihr es bis hierher geschafft habt: habt noch einen guten Tag und dann eine gute Nacht. Ich freu mich auf euch!

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Hello, ich wollte nur kurz Bescheid geben: falls ihr den Taifun googlet, so sieht’s bei uns nicht aus! Es hat viel geregnet und auch mal gewindet, aber wir sind eh hauptsächlich drin geblieben und alles ist safe und gut :)


Schlaft gut später!

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jung und hip
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Tokio 2026-09-18
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Als erstes mal eine wichtige und für mich grade auch sehr präsente Nachricht: Der liebe Taifun Dujuan fegt morgen an Tokio vorbei und meiner verehrten Fluggesellschaft Air China war das nicht geheuer, daher wurde mein Flug nach Peking (da sollte ich umsteigen) abgesagt. Ich fliege jetzt einen Tag später und bin schonmal SEHR froh, dass das geklärt ist, ist aber trotzdem grade ein komisches und nicht so tolles Gefühl...


Dennoch haben wir natürlich die letzten Tage einiges unternommen, also richten wir den Blick doch mal lieber darauf :)

Die letzten beiden Tage und heute waren wir in den Vierteln Shibuya, Shimokitazawa und Shinjuku. Die sind alle recht nah beieinander und wir sind oft ohne große Pläne einfach rumgeschlendert und haben angeschaut, was wir halt so gefunden haben, was eine Menge war. Shibuya hat erstmal "Shibuya Crossing", diese riesige Kreuzung (pro Grünphase überqueren bis zu 3000 Menschen die Kreuzung). Die wirkt aber mehr wie ein Platz, weil irgendwie alle Straßen außenrum so darauf ausgerichtet sind. War auf jeden Fall immer spannend, den Menschenmassen zuzuschauen. Shibuya ist sehr bunt und grell, man sieht riesige Neonreklame und junge Menschen mit ganz verschiedenen Kleidungsstilen. Außerdem fahren ständig große LKWs vorbei, die an der Seite Bildschirme mit Werbung haben und ihre eigene Musik mit rumfahren. Die hatten wir davor noch nirgends gesehen.


Außerdem haben wir einen großen Schrein mit Garten angeschaut und waren in einem Vintage Store (der war echt auch echt schön eingerichtet, also hat verhältnismäßig viel Spaß gemacht). Dann waren wir noch All-You-Can-Eat-Hot-Pot essen. Innerhalb von 90 Minuten haben wir richtig viel gemampft, also mehr wäre auch wirklich nicht gegangen. Danach haben wir uns in eine Bar gekugelt. Da gab es keine Musik, dafür wurde geraucht, aber es war trotzdem ganz witzig, wir haben mit einem Herrn aus dem UK geredet.


Am nächsten Tag eben Shimokitazawa (oder Shimokita, wenn man cool ist). Das Viertel war in dem Sinne besonders, weil es viele kleine Straßen und Fußgängerzonen waren und echt wenig Autoverkehr. Es gab extrem viele Vintage Stores, wir waren auch in ein paar drin, haben dort aber nichts erworben. Außerdem war gerade ein Kunstprojekt auf den Straßen verteilt, mit großen Kunstwerken und vielen Essensständen. Gegen Abend ist eine Band aufgetreten, da haben wir uns unter das fröhliche Volk gemischt und gelauscht. Es war echt witzig, den japanischen Rap zu hören, der Sänger hat aber richtig Stimmung gemacht und das Publikum war gut drauf (die Band heißt Tenten Takataka, falls ihr auch mal reinhören wollt). Also sehr cool, mal so viele fröhliche Japaner - jung und alt - auf einem Fleck zu sehen. Danach haben wir uns eine sehr entspannte Massage gegönnt.

Für den späten Abend stand eine Karaokebar auf unserem Programm. Das war auch sehr witzig, wir haben mit ein paar Japanerinnen gequatscht und den ein oder anderen englischen Song performt (hat nur so mittelgut funktioniert). Außerdem haben wir ein neues Wort gelernt: "Kanpai" - Prost! Wir haben dann die Erfahrung gemacht, dass die U-Bahnen nachts einfach nicht fahren, haben es nicht eingesehen, ein Taxi zu zahlen und sind somit bis zur ersten U-Bahn am Morgen geblieben (war aber auch nicht schlimm). Entsprechend spät (oder eher früh höhö) waren wir im Bett und entsprechend lang haben wir geschlafen.


Damit sind wir schon beim heutigen Tag, da waren wir dann nachmittags im Regierungsviertel unterwegs, wo es echt nicht so viel zu sehen gibt. Wir haben das Parlament von außen gesehen, das hat eine ganz unjapanische Architektur, und waren im japanischen Parlamentsmuseum. Das "japanisch" daran wurde ernst genommen, es gab nämlich echt wenig englische Übersetzungen und man durfte keine Fotos machen, also wurde es mit Google Translate auch schwierig. Ein paar Sachen über das Wahl- und Parlamentsystem haben wir trotzdem gelernt, wir waren aber auch eeeeher träge. Wieder draußen (der Regen als Vorbote des Taifuns hat inzwischen eingesetzt) sind wir noch zu einem Schrein spaziert. Da lad ich euch ein Foto hoch, das fand ich nämlich sehr symbolisch, wie der traditionelle Schrein zwischen zwei modernen Hochhäusern steht.


Danach sind wir nach Shinjuku gefahren. Übrigens ist das besagter geschäftigster Bahnhof der Welt. Er hat 200 Ausgänge und am Tag ungefähr 3,5 Millionen Reisende. Außerdem wird er als "Dungeon"/Verlies bezeichnet, was ich treffend finde, weil die Beschilderung wirklich grottig ist. Naja wir haben es trotzdem geschafft und waren erstmal eine Powerbank für Max (er muss ja bald ohne mich zurechtkommen) und noch paar andere Sachen shoppen. Danach haben wir uns ein süßes kleines Gässchen angeschaut, das wie das alte Japan sein soll. Es hatte wirklich nur ungefähr eine Regenschirmbreite Platz und links und rechts lauter winzige Restaurants. Nach einer kurzen Weile haben wir uns da auch eins ausgesucht und einen kleinen Snack bestellt. Wir saßen am Fenster und konnten die Gasse unter uns beobachten, außerdem hatten wir schönes Regen-ASMR, also das war echt ein cooler Platz :)


Irgendwann sind wir umgezogen, weil wir noch nicht ganz satt waren und haben uns noch Ramen geholt. Auf dem Rückweg haben wir uns zum wiederholten Mal drüber gefreut, heute das erste Mal einen Regenschirm mitzunehmen, es hat wirklich geschüttet. Die Straßen haben auch schon Pfützen und kleine Bäche gebildet, das hat für meine Füße zu dem Zeitpunkt aber schon lange keinen Unterschied gemacht...


Zuhause wollte ich eigentlich mein Zeug packen, dann kam aber bekannte Meldung und damit schließt sich der Kreis zum ersten Absatz. Laut Wetterbericht soll es morgen 15 cm regnen (bei heute 30 mm), also das wird echt eine richtige Wasserschlacht. Irgendwo freue ich mich jetzt auch drauf, das mal mitzuerleben (aber gerne großteils von innen), ich denke morgen wird hauptsächlich ein Lern- und Chilltag.


Habt alle eine gute Zeit!🫶

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Time for Tokyo
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Tokio 2026-09-14
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Hello hello, ich bin zurück mit frischen Berichten aus Japan. Sorry dass die letzten Tage nichts kam, ich hab die freien Minuten eher für Biochemie und Pfadi-Aufgaben genutzt, weil die To-Do-Liste doch eher lang aussah, jetzt bin ich aber grade wieder entspannter :) deswegen ein kleiner Recap der letzten Tage. Für die ultimative Verwirrung habe ich den Text großteils gestern Abend geschrieben, lade ihn aber erst jetzt hoch ;)


Zuerst zu dem Teaser von Montag Morgen: Wir sind wieder um 5 Uhr aufgestanden und waren im Wald-Onsen baden. Das war nochmal ganz anders, weil es richtig geschüttet hat. Also es hat sich sehr nach Regenwald angefühlt und war irgendwie auch eine sehr coole Erfahrung! Ich finde übrigens, die Onsen-Betreiber sollten "gut für die Haare" in die lange Liste aufnehmen, für was die heißen Quellen alles gut sind. Meine Locken waren zumindest echt stark, was bestimmt daran liegt, dass meine Disulfidbrücken in der Lockenstruktur ganz viel Material aus der Schwefelwasserdampf-Luft bekommen haben (🤓). Nach einem letzten guten Frühstück sind wir abgereist und nach Tokio gefahren. Da waren wir gegen späten Nachmittag. Nach einer kurzen Erholungspause von Fahrt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit und natürlich einer Erkundung der Gegebenheiten (wir sind jetzt in Max' Zimmer für das nächste halbe Jahr) sind wir nochmal losgezogen ins ein nahegelegenes Stadtviertel und haben die Aussicht von einem Hochhaus genossen. Das Hochhaus hieß "Sunshine City", was wir erst sehr übertrieben fanden, dann aber gerechtfertigt, weil in diesem Gebäudekomplex halt gefühlt ähnlich viele Geschäfte wie in der Ravensburger Innenstadt sind...


Der Blick war in dem Sinne überwältigend, dass man einfach kein Ende des nächtlichen Tokios gesehen hat. In jede Richtung waren Lichter, teilweise Hochhäuser und Straßen! Also so sehr man sich anstrengt, man kann so schnell keinen Überblick von Tokio bekommen, weil man es einfach nicht ganz sehen kann. Die Größe wird uns auch jeden Tag neu bewusst, wenn wir auf Google Maps zu einem Ort wollen, der relativ nah aussieht, dann aber dafür schon eine Stunde durch die Gegend fahren müssen... wirklich crazy!


Achja, kleiner Fakten-Block zu Tokio: Rechtlich hat Japan zwar keine Hauptstadt, de facto ist es aber Tokio, hier ist auch der Kaiser und das Parlament. Tokio hat ca. 10 Millionen Einwohner, im ganzen Metropolgebiet sind es 37 Millionen (also fast halb Deutschland). Superlative kann man viele finden, hier eine kleine Sammlung: zweithöchstes Gebäude der Welt, größtes Städte-BIP, größter Bahnhof und größte Kreuzung der Welt, größte Metropolregion der Welt, meiste Michelin-Sterne und die größte Konzentration an Getränke- und Warenautomaten hehe


Allgemein fühlt es sich grade nicht mehr so nach dem Touri-Urlaub der letzten Städte an. Man wäre eh überfordert, Sehenswürdigkeiten in Tokio "abzuhaken", gleichzeitig brauchen wir auch beide bisschen Zeit für verschiedene Sachen zuhause. Also machen wir einfach ganz entspannt jeden Tag irgendwas irgendwo und genug zu sehen gibt es so oder so. Passt für mich auch sehr gut grade. Ich mach jetzt keinen chronologischen Durchgang, ich glaub das würde euch und mich verwirren. Aber eine kurze Zusammenfassung: Erstmal habe ich wie gesagt auch einige Zeit zu Hause verbracht. Am Dienstag waren wir in den Gärten um den kaiserlichen Palast und im Tokyo Skytree (besagtes zweithöchstes Gebäude der Welt), gestern in einem Museum für ... moderne Kunst würde ich mal sagen, im Tokyo Tower und in einer Bar und heute in dem Viertel der Sumo-Ringer und am Hafen.


Wir haben also bis auf heute jeden Tag einen Aussichtsturm gehabt, jeweils auch immer im Dunklen. Der Skytree hatte mit Abstand die höchste Aussichtsplattform, leider auch das schlechteste Wetter, also da war nicht allzu viel mit Aussicht. Irgendwie trotzdem ganz cool, sich an verschiedenen Orten der Stadt mal einen Überblick zu verschaffen.


Ein Highlight war für mich das Museum. Wir sind bisschen planlos reingegangen und wussten nicht ganz was uns erwartet, war dann aber echt super cool. Es war prinzipiell dunkel und man konnte durch verschiedene große und kleine Räume gehen. Die hatten verschiedene Musik- und Licht-Shows, haben sich aber auch in jedem Raum mit der Zeit geändert. Teilweise konnte man auch interagieren, zum Beispiel sind einem in einem Raum Linien beim Laufen gefolgt, man konnte Blumen an der Wand wachsen lassen oder in einem anderen Raum konnte man Tiere malen, die dann so auf der Wand aufgetaucht und durch die Gegend geschwommen sind. In vielen Räumen gab es auch eigene Gerüche, also ein Erlebnis für viele Sinne :) - wirklich sehr cool!


Heute waren das Highlight die Sumo-Ringer. Dazu bisschen Background. Es gibt "Ställe", in denen je 10-20 Ringer leben und trainieren. Die sind fast alle sehr abgeschlossen für die Öffentlichkeit. Einer hat allerdings ein Fenster vor dem Trainingsraum, wo man dem morgendlichen Training zuschauen kann. Das geht meist so 3-5 Stunden, außer wenn grade Wettkämpfe sind, dann nur kurz. Naja dreimal dürft ihr raten, was diese und nächste Woche genau hier in Tokio ist: Wettkämpfe! Als wir das rausgefunden haben, haben wir versucht, noch schnell Tickets zu bekommen, da hätten wir aber Monate vorher dran sein müssen, die Sumo-Ringer werden wirklich sehr gehyped. Also haben wir eine Stunde ungefähr zugeschaut und das war trotzdem eindrucksvoll. Obwohl man es bei ihrem Körperbau nicht erwartet, sind sie echt gelenkig und schnell. Gleichzeitig haben wir uns bisschen eingelesen, war sehr spannend. Nach einem Ausflug zum Hafen (ca. eine Stunde hin und zurück) haben wir noch die Arena von außen angeschaut, wo ständig Ringer im Taxi ankamen und teilweise auch außen schon sehr bejubelt wurden. Außerdem wollten wir den "Chanko Nabe" - den Ringer-Eintopf essen (die müssen schließlich mit zwei Mahlzeiten auf 5000-8000 Kalorien am Tag kommen), ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob wir das richtige gegessen haben, aber es war zumindest sättigend und hat gut geschmeckt :)


Danach waren wir noch in einem schönen Garten ganz in der Nähe. Das war auch sehr sehr cool, weil es 1. extrem viele Schildröten gab hehe und 2. man mitten in Tokio war (man konnte den Skytree sehen) und da einfach so eine kleine grüne Insel hatte.


Wir haben außerdem die Gesellschaft und Mentalität der Japaner etwas mehr in den Blick genommen, was echt ein bisschen deprimierend ist. Man kommt einfach nicht umhin, viele der Japaner mit Robotern zu vergleichen (was auch, aber nicht nur, daran liegt, dass es für jede Kleinigkeit 1 bis 5 Angestellte gibt, grade bei den touristischen Sachen). Sobald sie in einem Dienstleistungsverhältnis zu dir stehen, sind sie extrem höflich und zuvorkommend und machen ihren Job perfekt. Und im "normalen" Leben, also im Zug oder so macht jeder komplett sein eigenes Ding und man wird kaum eines Blickes gewürdigt, also das ist extrem anonym. Viele Japaner sehen ihren Job nur als Möglichkeit zum Geld verdienen, persönliche Erfüllung gibt er ihnen nicht. Gleichzeitig gibt es ganz ungesunde Angewohnheiten wie unbezahlte Überstunden (weil es unhöflich wäre, vor dem Vorgesetzten nach Hause zu gehen), Burnouts sind gesellschaftlich nicht anerkannt und in psychiatrischen Einrichtungen werden Patienten oft einfach fixiert, weil es die Einrichtungen unterbesetzt sind...

Außerdem extreme Alterseinsamkeit (es gibt ein Ministerium für Einsamkeit) und es gibt extra die Begriffe Karoshi (plötzlicher Tod durch massiven Schlafmangel, Erschöpfung und Dauerstress) und Karojisatsu (Suizid durch Depressionen, Leistungsdruck oder psychische Überlastung).

Und natürlich sind diese Phänomene nicht generalisierbar und wir haben auch einige Leute getroffen, bei denen wir das so nicht beobachten konnten, aber wenn man drauf achtet, kann man sich das alles sehr gut vorstellen. Das finde ich extrem bedrückend und die Japaner tun mir extrem Leid, was das angeht. Friedrich Merz wäre wahrscheinlich happy, aber da freu ich mich doch wieder auf entspanntere Umstände zurück in Deutschland.


Ohh ich konnte mich übrigens doch mit Tokios öffentlichem Nahverkehr versöhnen. Der Hauptbahnhof war zwar immer noch riesig und verwirrend und komplex, aber wir haben ohne größere Probleme gefunden, was wir gesucht haben. Und auch sonst kommen wir ganz gut zurecht (wir fahren hauptsächlich U-Bahn, manchmal auch Bus). Also da ist auf jeden Fall ein Lerneffekt zu verzeichnen :)


Zu den Bildern:

1. Blick vom Sunshine City-Hochhaus (in Ikebukuro), hinten kann man den Skytree sehen

2. der Frühstücks-Lifestyle mit freundlicher Unterstützung des lokalen 7-Eleven

3. und 4. das Museum, einer der coolsten Räume

5. der Tokyo Tower (🗼 hehe) von unten

6. der Schildkrötengarten, wieder mit Skytree im Hintergrund

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Mit allen Wassern gewaschen
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Tazawako 2026-09-13
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Soo hier kommt wieder ein kleiner Rückblick des letzten Tages (ich schreib das schon am nächsten Tag). Begonnen haben wir den Tag sehr früh, nämlich um 5 Uhr, wir wollten ein Sonnenaufgangsbad im Wald-Onsen nehmen. Sonnenaufgangstechnisch war eine kleine rosa Wolke das höchste der Gefühle, aber trotzdem war die Aktion sehr cool. Quasi in der Badewanne aufzuwachen war nochmal besonderer als die Bäder davor (keine Sorge, der Kreislaufkollaps war noch weit entfernt). Dann hab ich eben den Blog von vorgestern geschrieben (oje jetzt wirds verwirrend, aber eben den letzten Blogeintrag) und dann gab es Frühstück. Das Highlight war wieder einmal die Suppe, würde ich sagen. Um den Reis mussten wir ein bisschen kämpfen. Wir haben ganz früh den ersten Topf geleert und nachgeordert. Da haben wir irgendwie nur die halbe Portion bekommen und haben uns schon gefragt, ob das ein subtiles japanisches Zeichen ist, dass wir extrem unhöflich sind und mal weniger essen sollen. Das haben wir zwar eher nicht eingesehen, die lieben Bedienungen haben uns aber komischerweise die ganze nächste Zeit nicht angeschaut, also mussten wir irgendwann jemanden ansprechen und um einen dritten Topf Reis bitten. Der hatte auch wieder die normale Menge...


Nach dem Frühstück haben wir im Zimmer gegammelt und ich hab noch ein bisschen Schlaf nachgeholt. Mittags sind wir dann mit dem Bus runter zum Tazawa-See gefahren und sind baden gegangen. Auch mal wieder schön, in eher kaltem Wasser zu baden (war trotzdem noch sehr gut verkraftbar) und das Wasser war extrem klar und schön blau. Es gab auch ein paar gute Steine zum Flitschen, wenn auch lange nicht so gut wie an der Isar :) Was echt interessant war, war der Boden, das war nämlich einfach massiver Stein (vulkanischen Ursprungs). Und zumindest am Rand ging der See nicht gerade steil runter, deswegen haben wir ein bisschen philosophiert, wie der See wohl entstanden ist, wie er so tief sein kann und so weiter.


An der Stelle ein kleiner Faktencheck, weil es dazu tatsächlich ein paar spannende Dinge zu finden gibt. Also: der See ist ein ehemaliger Vulkan. Vor ca. 1-2 Millionen Jahren ist er massiv ausgebrochen und dann ist die leere Lavakammer zusammengestürzt (deswegen ist er eben am Rand flach und geht dann irgendwann extrem steil nach unten). Nach und nach hat er sich mit Wasser gefüllt. Natürlicherweise gibt es aber weder Zu- noch Abflüsse, sondern der Wasseraustausch läuft einfach über Regen, Schmelzwasser und Verdunstung. Dementsprechend hat ein Wassermolekül durchschnittlich ungefähr 190 Jahre in dem See verbracht, bis es wieder verschwunden ist. Der See hatte eins der klarsten Wasser der Welt. Das ist alles in Vergangenheitsform geschrieben, weil 1940 Flüsse oberhalb des Sees für Landwirtschaft und Stromerzeugung genutzt wurden und dann in den See abgeleitet wurden. Aus dem See heraus führten dann auch wieder Kanäle. Soweit erst mal nicht allzu wild, allerdings hatten besagte Flüsse zufälligerweise ungefähr den pH-Wert 1, also wirklich sehr sehr sauer (die Vulkanquellen, ihr erinnert euch)! Keine Ahnung, wie sie auf diese grandiose Idee kamen, jedenfalls hat das den armen See stark versäuert, in den schlimmsten Zeiten von 7 (neutral) bis auf ungefähr 4,5. Die meisten Tiere sind verschwunden und eine Fischart, von der man dachte, dass sie in dem See endemisch sei, ist ausgestorben (inzwischen hat man sie in einem anderen See auch entdeckt). Das lief so bis 1991. Dann wurde eine große Kalkstein-Neutralisations-Anlage am Fluss gebaut und damit das Wasser neutralisiert. Für die Kenner unter euch die Reaktionsgleichungen: CaCO3 + 2 HCl -> CaCl2 + H2O + CO2 und CaCO3 + H2SO4 -> CaSO4 + H2O + CO2. CaCl2 ist einfach ein gut lösliches Salz, das die Wasserhärte ein bisschen erhöht und CaSO4 wird auch als Gips bezeichnet, der ist schwer löslich und setzt sich als Sediment ab. CO2 entweicht und joa Wasser ist halt Wasser. Heute ist das Oberflächenwasser wieder nahezu neutral und die Fische kehren zurück, bis die tieferen Lagen auch regeneriert sind, werden aber noch ein paar Jahrzehnte vergehen.

Soo das sollte reichen, aber ihr sollt ja auch alle nicht dumm sterben :)


Weiter im Text: nach dem Baden haben wir uns in See-Nähe ein Mittagessen genehmigt, es gab Tempura-Nudelsuppe. Außerdem haben wir „Coke Float“ (Cola mit Vanilleeis) bestellt. Das Erlebnis ist irgendwo zwischen Eiskaffee, Calippo Cola und Vanille-Cola einzuordnen… war eine interessante Erfahrung und kann man auf jeden Fall machen, muss jetzt aber keine Wiederholung haben. Danach haben wir kurz im Touri-Shop gestöbert, wo man ALLES mit Akita-Aufdruck kaufen konnte (das ist die süße Hunderasse, die hier aus der Region kommt).


Dann sind wir wieder hochgefahren, ich war noch kurz baden und dann hatte ich ein Pfadi-Meeting für die Stafü-Schulung im Oktober. Währenddessen hab ich Livetime-Berichte erhalten, dass meine Geschwister in die Stafü gewählt wurden (Glückwunsch an der Stelle!). Das Meeting musste ich dann aber beenden, weil es Abendessen gab. Wieder ein abwechslungsreiches Festmahl. Was sofort auffällt, ist die riesige Krabbe. Das war eine richtige Operation und irgendwie spannend zu sehen, wie man mit den Sehnen immer noch die Gelenke steuern kann, aber lieber wäre mir auf jeden Fall gewesen, wenn sie diese noch selbst steuern könnte…

Der Fisch wurde wieder komplett verspeist und war innen relativ bitter, was aber wohl als Delikatesse gilt, also haben wir versucht, das entsprechend wertzuschätzen. Außerdem undefinierbares Fleisch, einige schon bekannte Speisen, wieder der leckere Eintopf, den wir auch schon kannten, Reis und Obst als Nachtisch. Mit etwas Betteln nach Aufmerksamkeit haben wir es wieder zu drei Reistöpfen geschafft. Wir haben für das Essen (vor allem für die Krabbe) extrem lang gebraucht und wurden nach zwei Stunden dann höflich darauf hingewiesen, dass jetzt 20 Uhr ist. Ich vermute mal, die deutsche Übersetzung dafür wäre ungefähr „Ich glaub es hackt, so lang kann man doch nicht fürs Essen brauchen! Gebt mal Gas, wir wollen Feierabend machen!“ Wir waren zu dem Zeitpunkt aber zum Glück schon auf der Zielgeraden.


Nach dem Essen und einer kleinen Verdauungspause haben wir noch ein abendliches Bad im Wald-Onsen genommen. Das war echt jedes Mal sehr magisch. Und ein kleiner lustiger Zwischenfall: Wir sind schon so einheimisch, dass wir nach dem Weg gefragt wurden, wenn auch nur nach dem zum Onsen. Glauben wir zumindest – wir wurden auf Japanisch gefragt und haben versucht, auf Englisch zu antworten…


Damit war der Tag auch schon vorbei, wir haben uns ins Bett gekuschelt und dem einsetzenden Regen gelauscht. Schließlich sind wir heute wieder früh aufgestanden... aber das steht auf einem anderen Blatt ;)


P.S. ich hab außerdem mal den weißen Bach vom Wald-Onsen fotografiert :)

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Wilde Natur
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Tazawako 2026-09-12
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Hier jetzt einmal der Rückblick des letzten Tages (Samstag).

Wir sind um 7 Uhr aufgestanden und wurden pünktlich um 7:30 Uhr zum Frühstück gerufen (wir werden wirklich auf unserem Zimmertelefon angerufen, ist ganz witzig). Das Frühstück seht ihr oben, es war wieder sehr krass, wenn auch leichter zu verstehen als so manche Speise des Vorabends. Neben vielen kleinen Portiönchen Vorspeise (die ganzen Salate oder Gemüse-Sachen, oft Rettich oder Pilze, gestern auch Karotte) gab es eine sehr leckere Suppe (unten rechts), einen ganzen Fisch (der hat süßlich geschmeckt), Reis und Grüntee und der Endgegner: das Spiegelei. Das gehört wohl eigentlich nicht zum traditionellen japanischen Frühstück - hat sich auch bisschen komisch angefühlt - und war gar nicht so leicht, mit Stäbchen zu essen. Wir haben es aber trotzdem sehr sauber hinbekommen, der erste Erfolgsmoment des Tages!


Nach dieser Stärkung und einer kleinen Verdauungspause waren wir erstmal eine Runde baden. Dann haben wir auf Komoot eine Wanderung gefunden, der wir uns stellen wollten. Also haben wir unsere Bärenglöckchen an den Rucksack gepackt und sind losgestiefelt. Der Weg ging durch den Wald den Berg hoch und wurde auch relativ gut frequentiert (also zumindest für die Abgelegenheit war ich überrascht). Schon bald haben wir die ersten Leute getroffen und ich war erstmal erleichtert, dass uns mit den Bärenglöckchen wohl kein Touri-Quatsch angedreht wurde, weil die hatten alle eine dabei. Die Erleichterung wich aber bald einer anderen Sorge, nämlich waren alle uns Begegnenden nicht nur entgegenkommend (haha), sondern auch sonst extrem gut ausgerüstet. Wir haben große Rucksäcke, lange Messer, Räucher-Dosen, Isomatten, Wanderstiefel und lange Outdoor-Kleidung gesehen. Irgendwann waren wir ganz froh, auch mal jemanden zu treffen, der einen kleinen Rucksack ohne Special-Ausrüstung dabei hatte. Ich glaub aber echt, die meisten haben irgendwo da oben übernachtet, anders kann ich mir zumindest die Isomatte nicht erklären...


Nach gar nicht allzu langer Zeit hatten wir dann auch die erste Schlangen-Sichtung (sollte auch die letzte bleiben). Die war echt direkt neben dem Weg und ist grade vor uns davongeschlängelt. Ab sofort hab ich besonders gut auf den Boden geachtet und dabei gemerkt, dass sie sehr gut getarnt war, es gab nämlich echt seeehr viele graue Äste...


Der Wald war übrigens großteils "zweistöckig". Also es gab viele eher junge Buchen, die ein Blätterdach geformt haben und dann auf zweiter Ebene ebenfalls eher jungen Bambus (Plural übrigens Bambusse). Es hat sich aber teilweise sehr nach Urwald angefühlt und gab definitiv noch viele Pflanzen mehr, da kann ich euch aber leider nichts drüber sagen :/


Nach so 1,5 Stunden waren wir dann oben (nicht auf dem Gipfel, aber aus dem Wald raus). Die Vegetation hat sich sehr geändert, es hat sich auf einmal bisschen nach Bergwiese angefühlt, nur dass statt sanfter grüner Wiese langes Gras im Sumpf stand. Sehr schön und man hatte jetzt auch einen tollen Ausblick auf den See und die Berge drumrum. Nach einer kleinen Recherche (ich hatte irgendwie seit Ewigkeiten kein Internet mehr, Max schon, obwohl wir den gleichen Anbieter haben...) hat sich herausgestellt, dass das das perfekte Schlangengebiet ist juhu. Ein Wort ist im Gedächtnis geblieben: "Mamushi" - Dr. Google wollte nämlich, dass wir das bei einem Notruf sofort sagen, damit sich um ein Gegengift gekümmert werden kann. Wir haben noch ein kleines Vesper verzehrt und uns dann auf den Abstieg begeben.


Bergab sind wir einen anderen Weg gelaufen. Wir hatten uns schon gewundert, dass uns aus der Richtung noch niemand entgegengekommen war, das hat man bald aber auch am Weg gemerkt. Das waren nämlich teilweise richtige Hindernisparcours, zum Beispiel mit interessanten Steinaufschüttungen oder Matschpfützen. Das häufigste Hindernis war aber grüner Natur: erinnert ihr euch noch an den zweistöckigen Waldaufbau? Naja, wenn der Weg lange nicht begangen wird, interessiert sich das untere Stockwerk halt auch schnell nicht mehr dafür, wo eigentlich ein Weg sein sollte. Dementsprechend hieß es einige Male, selbst für den Weg zu sorgen. Mit dem großartigen "Überlebensstock" haben wir das aber auch hinbekommen.


Irgendwann wurde der Weg auch wieder etwas weniger abenteuerlich und gegen halb 4 waren wir wieder am Haus. Unsere Arme und Beine haben richtig gejuckt, deswegen gab es erstmal ein entspannendes Bad :) und dann war auch schon Abendessenszeit. Wir fangen oben links an mit Bärenfleisch. Also das fand ich wirklich crazy. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass immer mehr Schwarzbären in Stadtgebieten gesichtet werden, die dann manchmal geschossen werden dürfen. Und jetzt mitten im Nationalpark Bärenfleisch essen... sehr wild


In dem schwarzen Topf war ein Eintopf ("Nabe"), der eine regionale Spezialität ist und extrem lecker war. Darin waren Reiszylinder (also einfach Reis in spezieller Form), Pilze, Lauch und anderes Grünzeug und ein kleines Stück Fleisch. Rechts daneben war ein Bällchen, das wir am Tag vorher auch schon hatten und mich bisschen an Obazda erinnert. Es ist entweder aus Fisch oder aus Tofu oder am ehesten wahrscheinlich aus beidem. In dem Bambusblatt (das man nicht mit isst) hat sich wieder mal ein Fisch versteckt, der innen mit Kräutern gefüllt war und ganz verspeist wurde. Dann hatten wir noch Makkaroni-Gratin (sehr interessant im Krabbenschädel serviert), das kam nach dem Eintopf auf Platz zwei. Ich glaube, der Rest ist relativ selbsterklärend bzw. ich kann auch nicht mehr dazu sagen. Außerdem gab es wieder Reis und Miso-Suppe und heute ein regionales Bier (hat auch wieder gut gemundet). Man bekommt übrigens jede Mahlzeit so einen roten Topf Reis und bisher haben wir jedes Mal nach einem zweiten gefragt. Das ist wohl auch so gedacht, ist aber trotzdem witzig, weil wir das bei den anderen Tischen noch nicht gesehen haben hehe


Nach dem Essen ist nicht mehr viel passiert. Wir haben wieder kurz geruht und dann ein letztes Bad für den Tag genommen. Wir waren in einem neuen Onsen, der nämlich nur eine Stunde am Tag für Männer geöffnet ist, der war auch sehr schön. Und danach wieder im Wald-Onsen, was einfach richtig cool ist im Dunkeln! Ah und übrigens zu den kleinen Handtüchern: wir haben den Tag über ein bisschen auf die anderen Badenden geachtet und sind zu folgender Erkenntnis gekommen: Es scheint auf jeden Fall ein Ding zu sein, sich das Handtuch auf den Kopf zu legen. Entweder wird es aber sehr wenig streng gelebt oder es ist ähnlich angemessen, das Handtuch irgendwo hinzulegen, jedenfalls hat die Minderheit der Leute (zumindest hier) ein Handtuch auf dem Kopf. Und wir machen es inzwischen auch nicht mehr, ist nämlich echt bisschen umständlich :)

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Von den Wellen zu den Quellen
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Ganiba Onsen 2026-09-11
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Heute haben wir entspannt unsere Kapseln geräumt und unsere Sachen gepackt. Gestern Abend und heute Morgen hat einer unserer Kapselnachbarn lautstark telefoniert. Wir waren schon höchst überrascht, weil das nicht zu der bisher von uns erlebten japanischen Höflichkeit und Zurückhaltung gepasst hat. Irgendwann haben wir rausgefunden, dass er auf chinesisch redet... Aber im Vergleich mit Deutschland ist es krass, dass das Telefonieren so lang von den anderen toleriert wurde und sich niemand beschwert hat.


Wir haben uns nach einem weiteren Instant Ramen-Frühstück dann auf den Weg gemacht. Die Shinkansen-Tickets verstehen wir immer noch nicht so ganz (man muss nämlich immer zwei pro Person kaufen), fühlen uns aber inzwischen relativ sicher und bekommen es ohne Hilfe hin, Tickets zu kaufen und das Gleis und unseren Sitzplatz zu finden. Eine Stunde später waren wir in Tazawako, wo wir realisiert haben, jetzt wirklich die Großstädte hinter uns gelassen zu haben. Am Bahnhof haben wir uns Bärenglöckchen in Form eines Bärenkopfs gekauft und sind in den Bus gestiegen. Mit dem ging es 40 Minuten durch Bergstraßen bis direkt vor unsere Unterkunft. Zwischendurch hatten wir immer wieder tollen Ausblick auf den Tazawa-See, der echt malerisch in den Bergen liegt und übrigens der tiefste See Japans ist (mit über 400 Metern auch deutlich tiefer als der Bodensee, dafür aber bei weitem nicht so groß).


Dann haben wir eingecheckt und unser Zimmer bezogen. Das hält, was versprochen war. Tatami-Matten als Fußboden, Papierwände und niedrige Tische und Sitzkissen mit grünem Tee...

Nach kurzer Pause haben wir uns dann zur Mission gesetzt, das erste Bad zu testen. Dafür war natürlich erstmal die richtige Bademode wichtig. Nicht fürs Baden selbst (das macht man nämlich nackt), aber für den Weg dahin. Wir haben uns also zu Kimonos, Yukatas und weiteren Kleidungsstücken informiert und uns entschieden, unseren "Obi" (quasi der Gürtel) nicht zu einem dekorativen Knoten zu binden, wie man es laut Internet machen MUSS, sondern einfach eine Schleife.


Damit und zwei Handtüchern ausgerüstet sind wir also losgegangen und haben das erste Bad aufgesucht. Glücklicherweise waren wir alleine, das hat schonmal bisschen Etiketten-Druck von uns genommen. Wir haben trotzdem versucht, alles richtig zu machen. Also ausziehen, duschen (im Sitzen, aber nicht die Haare waschen), mit Eimern übergießen und andächtig rein ins Wasser. Dabei wichtig: nicht den Kopf untertauchen und natürlich keine Faxen machen. Im Wasser schwimmen weiße Flocken rum, was wohl Schwefel ist, das Wasser hat auch entsprechend gerochen. Bei ca. 50°C Wassertemperatur waren wir auch gar nicht allzu lang drin. Wir haben uns dann noch kurz den Bach angeschaut, der nebendran geflossen ist und der auch voll war mit weißen Ablagerungen. Irgendwie echt krass, dass hier einfach heißes Wasser voller Mineralien aus dem Boden kommt...


Dann wieder duschen, dabei alles sauber machen, jetzt auch Haare waschen, abtrocknen und anziehen. Wir haben das gleiche nochmal kurz im nächsten Bad gemacht, sind dann ins Zimmer gegangen und dann gab's auch schon Abendessen. Und das war wirklich ein krasses Erlebnis! Wir wurden in den Dining Room gerufen, wo unser Essen schon serviert war. Ich würde gerne ausführlich davon berichten, leider würde das sowohl den zeitlichen Rahmen sprengen als auch von meinem Unwissen zeugen, ich weiß nämlich bei ganz vielen Sachen gar nicht, wie sie heißen oder aus was sie bestanden haben. Es gab aber auf jeden Fall ca. 10 kleine Schälchen mit Fisch und Fleisch in verschiedenen Formen, irgendwelchen Pflanzen, Suppen und natürlich Reis. Dazu Grüntee und Sake (Reiswein). Es gibt auch leider kein Foto, sah aber seeehr krass aus und hat auch wirklich extrem gut geschmeckt. Also ich glaub, ich hab echt noch nie so fancy gegessen. Das Lachs-Sashimi hat tatsächlich zu meinen Highlights gehört. Morgen versuche ich dran zu denken, ein Foto zu machen und ich will auch bisschen mehr über das wissen, was ich da esse, also vielleicht könnt ihr euch auf einen ganz ausführlichen Essensbericht freuen...


Wir haben insgesamt 1,5 Stunden gemampft (wir waren zwar echt langsam, das muss man aber ja auch genießen) und dann eine kleine Verdauungspause gemacht. Der Magen war zwar bisschen überrascht von dem vielen unbekannten Essen, hat sich dann aber recht schnell zufrieden gegeben. Dann wollten wir noch die Besonderheit des Ryokans (so heißen die traditionellen japanischen Hotels) ausfindig machen. Das ist nämlich ein Onsen (so heißen die heißen Quellen bzw. Bäder) im Wald, 100 Meter vom Haus entfernt. Mit Bärenglöckchen sind wir da also rübergelaufen und haben ein nächtliches Bad genommen. Das war auch wirklich besonders schön, mit dampfendem Wasser, umgeben von Wald (wieder mit Zikaden), die Laternen haben sich im Wasser gespiegelt, nebendran der rauschende Bach und - auch ein kleines Highlight für mich: über uns der Sternenhimmel (den hab ich die letzten Tage ein bisschen vermisst). Ausreichend aufgewärmt sind wir dann wieder zurückgelaufen und machen uns jetzt in unserem Zimmer bettfertig. Ich freu mich sehr auf das Bett, hab nämlich vorhin ein kurzes Probeliegen gemacht und die Bettdecke hat sich sehr vielversprechend angefühlt...


Ich glaube, wir bekommen die ganzen Traditionen und Onsen-Regeln ganz gut hin, nur bei einer Sache sind wir uns echt noch unsicher. Und zwar waren sowohl Max' Reiseführer als auch sämtliche Webites der Meinung, man nimmt sein kleines Handtuch mit zum Baden und balanciert es zusammengefaltet auf dem Kopf (sieht genauso lächerlich aus wie es klingt, zumindest bei Max und mir). Wie die Haare solle es nämlich nicht nass werden und es gelte als unhöflich, es neben dem Becken abzulegen. Wir sind ja traditionsbewusst, also haben wir das natürlich so gemacht. Wir haben heute auch insgesamt nur einen anderen Badenden gesehen und der hatte kein Handtuch auf dem Kopf. Es könnte also auch sein, dass wir richtig lost wirken...

Naja wir werden es herausfinden und ihr werden davon hören!


Für morgen gibt es noch keine Pläne, außer gut frühstücken und gut abendessen und dazwischen ordentlich baden und entspannen :) (klingt auch nicht nach dem schlechtesten Plan hehe)

Gute Nacht an alle Welt, bzw. euch noch einen traumhaften Tag!


Achja, die tägliche Japanisch-Lektion: ich hab rausgefunden, dass es zwei verschiedene Dankes gibt (keine Überraschung mehr): "Arigato Gozaimasu" - man spricht das u tatsächlich nicht - sagt man, wenn man sich für eine Tätigkeit in der Gegenwart bedankt, also zum Beispiel wenn man sein Essen serviert bekommt. "Arigato Gozaimashita" - da spricht man das i am Ende nicht - ist ein Danke für die Vergangenheit, also zum Beispiel wenn man aus dem Bus aussteigt und sich für die Fahrt bedankt oder generell für Verabschiedungen. Außerdem: "doitsugo" heißt deutsch und auch hier spricht man das u nicht. Ich erkenne ein Muster... :))

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Rund um Sendai
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Sendai 2026-09-10
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Wir haben heute einen sehr schönen Tag in Sendais Umgebung (erst im Westen, dann im Nordosten) verbracht. Es ging früh los mit einem Frühstück im Seven-11 des Vertrauens. Da haben wir außerdem Pfefferspray-Werbung gegen Bären gesehen und uns ein bisschen informiert, wie relevant die Bären die nächsten Tage tatsächlich werden könnten und was sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen sind (im Grunde soll man "Bärenglöckchen" dabei haben und allgemein sehr laut sein), wir sind aber auch "nur" im Schwarzbären- nicht im Braunbärengebiet :)


Dann sind wir zum Bahnhof gefahren, haben uns da ein Tagesticket für die Öffis geholt und sind nach Yamadera gefahren. Das ist ein kleines Dorf zwischen bewaldeten Bergen und durch eine alte Tempelanlage bekannt. Die haben wir auch besichtigt, zuerst im Tal und dann oben. Dafür ging es durch einen wunderschönen, mystischen Wald. Zwischen hohen, kerzengeraden Zedern, großen Brennnesseln, verstreuten Buddha-Statuen und Grabsteinen und dem immerwährenden Zikaden-Konzert ging es 1000 Stufen nach oben. Also der Wald war wirklich richtig schön!


Oben gab es verschiedene kleinere und größere Tempel zu besichtigen. An einigen konnte man sich als gläubiger Buddhist Stempel in ein Buch abholen, das hatten wir davor noch nicht gesehen. Besonders gestaunt haben wir, dass es oben einen Briefkasten gab, der täglich geleert wurde (es wohnen auch Leute da oben - glauben wir zumindest) und wie die ganzen Sachen da hochkamen. Also es gab echt einige Buddha-Statuen oder Glocken, die bestimmt einiges gewogen haben. Und den Tempel gibt es schon seit über 1000 Jahren...


Nachdem wir alles gesehen und die Aussicht genossen haben, ging es wieder runter durch den traumhaften Wald (ich fand den wirklich sehr schön). Im Tal gab es überall Tama-Konnjaku zu kaufen, das sind drei braune Bällchen am Stiel, die in einer Soße gekocht und dann mit Senf gegessen werden. Davon haben wir dann bei einer sehr lustigen Dame (siehe Foto) welche gekauft und probiert. Wir haben sehr gerätselt, aus was sie bestehen, viel Geschmack hatten sie nämlich nicht, haben vor allem nach der Soße (Tintenfisch-Geschmack) geschmeckt und hatten eine glibberige Textur (waren aber leckerer als es jetzt vielleicht klingt). Eine kleine Recherche danach hat ergeben, dass sie aus einer Wurzel bestehen...


Danach haben wir uns wieder in den Zug gesetzt, sind zurück nach Sendai und direkt weiter zur Matsushima-Bucht gefahren. Das ist ein weiterer wunderschöner Ort, in der Bucht sind ganz viele kleine Inseln verteilt, die einen an die Karibik erinnern. Mit dem Schiff haben wir eine Rundtour gemacht und einige davon angeschaut. Ich hab ganz viele schöne Fotos auf meiner Kamera (die wurde heute das erste Mal eingesetzt), die Fotos werd ich aber nicht heute übertragen, vielleicht kommen also irgendwann noch schöne Insel-Fotos :)

Und zwischendurch haben wir kurz mal Richtung Kalifornien zu Franziska gewunken ;)


Danach haben wir noch zwei Inselchen vom Festland aus über Brücken besichtigt. Dann ging auch schon die Sonne unter und es wurde nochmal sehr schöne Stimmung. Achja, wir hatten übrigens heute den ganzen Tag blauen Himmel und Sonne. Wir haben ernsthaft überlegt, kurz ins Meer zu hüpfen, da hat dann aber zu viel dagegen gesprochen und wir haben uns - vernünftig wie wir sind - dagegen entschieden. Stattdessen sind wir heute mal italienisch essen gegangen. Es war ganz witzig, "Europa-Profi" zu sein und zu erkennen, dass einige der Schilder auf Französisch waren, die Pizza war trotzdem lecker :)


Dann ging es mit Zug und Bus wieder zurück nach Sendai und ins Hostel. Ich sitz jetzt grad gemütlich in meiner Kapsel. Ab morgen sind Welness und Entschleunigung angesagt, wir sind in einem traditionellen Onsen, wo das Konzept lautet: baden, essen, entspannen. Wir wollen auch die ein oder andere Wanderung machen (deswegen die Bären-Thematik), sind aber sehr gespannt, was uns da erwartet. Und nach ganz viel Großstadt - und besonders durch die beiden coolen Natur-Erfahrungen heute - freue ich mich grade sehr auf den Nationalpark und noch eine ganz andere Seite von Japan! :)


Achja, heute wurde außerdem ein neues Wort freigeschaltet: "Arigato Gozaimasu" - Dankeschön/vielen Dank. Also einfach nochmal ein stärkeres Danke, das schadet hier auf jeden Fall nicht. Und das "u" am Ende spricht man glaube ich nicht, oder zumindest höre ich das nie...

Naja, wir üben ganz fleißig :)


In diesem Sinne: Arigato Gozaimasu fürs Lesen und eine wunderschöne gute Nacht aus Sendai!

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Quer durch Japan
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Sendai 2026-09-09
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Gestern sind wir früh aufgestanden, haben im Hotel unsere Instant-Ramen gegessen, uns von Hiroshima verabschiedet und sind in den Zug gestiegen. Die nächsten Stunden haben wir Japan durchquert und sind dabei auch wieder durch Osaka und Kyoto gefahren. Zwischen Kyoto und Tokyo könnte man theoretisch den Mount Fuji durchs Fenster sehen (wir haben uns extra zu einem geeigneten Zeitpunkt auf die linke Seite im Zug gesetzt), es war aber leider viel zu bewölkt, wir konnten also nicht mal was erahnen.


In Tokyo sind wir umgestiegen. Dabei haben wir den Shinkansen von einem weißen zu einem grünen gewechselt. Ich finde die „Schnauzen“ echt ziemlich witzig, ich find der Weiße sieht aus wie ein Pelikan und der Grüne wie ein Krokodil (da ist die Schnauze auch nochmal länger). Beim Umstieg ist uns die extrem hohe Luftfeuchtigkeit aufgefallen. Das war letzte Woche am Flughafen auch schon so. Mal sehen, was uns nächste Woche erwartet…


Ein paar Side Facts zum Shinkansen (es wurde natürlich wieder etwas Recherche betrieben): „Shinkansen“ bedeutet „neue Stammstrecke“ und das Schienennetz zieht sich echt einmal von Südwesten bis Nordosten und verbindet dabei alle großen Städte auf einer langen Strecke, außerdem gibt es noch zahlreiche Abzweigungen nach links und rechts. Das ist echt praktisch, weil dadurch auf der Hauptverbindung erfahrungsgemäß alle 20 Minuten ein Zug fährt. Der Shinkansen ist der schnellste Zug der Welt, ein Modell, was wohl ab 2027 eingesetzt werden soll, schafft in Test über 600 km/h, was echt krass ist. Im regulären Betrieb fahren sie aber nicht so schnell, da ist die Topgeschwindigkeit um die 320 km/h. Und was natürlich wirklich krass ist, ist die extreme Pünktlichkeit. Also eigentlich alle U-Bahnen kommen auf die Minute, Busse manchmal etwas später, aber auch der Shinkansen fährt genau zur angepeilten Uhrzeit ab. Im Durchschnitt haben Shinkansen 58 Sekunden Verspätung. In Sendai kamen wir auch so 10 Minuten zu früh an…

Außerdem hat man echt gute Beinfreiheit und selbst wenn die Person vor dir den Sitz nach hinten lehnt, verändert sich der Winkel deines Tisches nicht. Also alles sehr durchdacht, ich bin Fan, wie man vielleicht merkt! Es gibt keine Mülleimer (öffentliche Mülleimer sind in Japan sowieso kaum vorhanden, umso verrückter wie sauber es überall ist), dafür steht beim Ausstieg eine angestellte Person bereit, die dich auf den Spalt zwischen Zug und Bahnsteig hinweist und eine Mülltüte hält.


Soviel zur Zugfahrt… In Sendai haben wir uns erstmal zu unserem Hostel begeben. Max hat beim Zahlen im Bus als Rückgeld kleine Papierschnipsel („10 Yen“) bekommen. Wie wir später rausfanden, kann man damit zwar auch im Bus bezahlen, aber nur in dem Busunternehmen. Unser Hostel ist bisschen besonders, das ist nämlich ein Kapsel-Hostel. Auf dem Gentlemen-Stockwerk gibt es also viele Waschbecken, Toiletten und Duschen in mehreren Reihen, außerdem für jeden ein Schließfach in mehreren Reihen und eine Schlafkapsel in mehreren Reihen. Darin befindet sich eine Matratze, ein Licht, eine Steckdose, ein Rauchmelder und ein Vorhang. Das war’s auch schon. Ist auf jeden Fall sehr spannend, ähnlich trostlos wie es klingt, aber für zwei Nächte ganz witzig und man muss sich ja nicht viel da aufhalten :)


Wir hatten ziemlich Hunger, es war auch schon Nachmittag (die Zugfahrt hat 6 Stunden gedauert), also haben wir uns etwas zu Essen gesucht. Fündig wurden wir in einem etaws gehobeneren Restaurant, wo wir ein neues Gericht entdeckt haben, nämlich kalte Nudeln mit Soße und Toppings. Dazu gab es Reis und Tempura. Im Tempura war auch eine große Garnele, ausnahmsweise gibt’s aber kein Gemotze über Fleisch, das gab’s von meinem Magen nämlich auch nicht.


Dann haben wir uns auf den Weg zu einem Mausoleum gemacht, wo der Gründer der Stadt begraben lag. Auf dem Weg sind wir bisschen durch die Stadt geschlendert. Außerdem hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang und sehr schöne Dämmerstimmung. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit war das Mausoleum auch schon geschlossen (das wussten wir aber tatsächlich), also haben wir uns bisschen die Anlage außenrum angeschaut und überlegt, wie ernst wir die Bären-Hinweisschilder im Wald nehmen sollten.


Ohne Bären-Begegnung zurück in der Stadt haben wir uns auf die Suche nach einer Bar gemacht, mit der Mission, mal japanisches Bier zu probieren, das uns nämlich an Tag 1 von dem netten Herrn im Shinkansen empfohlen wurde (die aktiven Fans werden sich vielleicht erinnern). Eine solche haben wir dann auch gefunden und ebenso das gewünschte Getränk. Für Kenner von japanischem Bier: Wir haben Suntory getrunken, eher malzig, hat uns beiden ganz gut geschmeckt :)

Außerdem haben wir ein Schälchen und drei Gläser voller Snacks (Bananenchips, so Puffmais – scharf, geröstete Sojabohnen – vielleicht?) serviert bekommen. Die haben wir auch sehr ehrgeizig gefuttert, irgendwann zwischendrin erfahren, dass wir dafür wieder eine Tischpauschale zahlen und dann also sogar ohne schlechtes Gewissen fast leer gegessen…


Die Bar war ganz cool, hatte einen alten, rockigen Style und es lief auch entsprechende Musik. Sie hatten auch hinter der Bar ein großes Regal voller Schallplatten, an dem einer der Bar-Mitarbeiter ewig Schallplatten sortiert und vorbereitet hat. Entgegen unserer Hoffnungen hat er aber nicht aufgelegt, bis wir gegangen sind…


Dann ging es für uns noch ein paar Schritte Richtung Kapsel und ins Reich der Träume.


Noch ein paar Infos zu Sendai: es ist ähnlich groß wie Hiroshima (ungefähr eine Million Einwohner), ich kann aber definitiv noch nicht von Orientierung sprechen. Es liegt direkt am Pazifik und war laut Wikipedia wohl vermehrt Opfer von starken Tsunamis. Ansonsten macht die Stadt einen recht entspannten und auf jeden Fall weniger touristischen Eindruck. Das merkt man auch schon daran, dass viel weniger auf Englisch übersetzt ist, also zum Beispiel Speisekarten, Bus-Linien (eher nervig) oder Bären-Hinweisschilder...

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Central City Library Hiroshima
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Hiroshima 2026-09-08
Central City Library Hiroshima - Foto 1
Central City Library Hiroshima - Foto 2

Heute war gewissermaßen ein Pausentag vom Urlaub machen, ich bin nämlich in die städtische Bibliothek gegangen und hab verschiede Sachen fürs Studium und für die Pfadis gemacht. Vorher habe ich noch kurz Wäsche gewaschen, die Waschmaschine stand dabei auf dem Dach des Hotels. In der Bib war ich so ziemlich von 11 bis 18 Uhr und es war nicht allzu ereignisreich. Das einzig spannende war, mal japanische Jugendliche zu sehen. Bisher war das echt eine Seltenheit, in der Bib waren jetzt einige am Lernen, alle mit Schuluniform. Achja, die Bibliothek war übrigens in den oberen drei Stockwerken eines großen Kaufhauses direkt neben dem Bahnhof, fand ich irgendwie auch spannend. Max hat in der Zeit einen Ausflug auf eine Insel gemacht und abends waren wir noch koreanisch essen.


Das war ganz interessant, fing schonmal damit an, dass unser Kellner ständig zu uns an den Tisch kam (wir waren die einzigen Ess-Gäste) und uns gefragt hat, warum wir denn keinen Alkohol trinken wollen. Er hat dabei so gewirkt, als hätte diese Ansicht die letzten Stunden auf ihn nicht zugetroffen...

Außerdem haben wir herausgefunden, dass es wohl manchmal "Gedeck"-Kosten gibt, also man zahlt einen Grundpreis, bekommt dafür aber anscheinend beliebig oft eine kleine Vorspeise. Diese haben wir leider nicht erhalten (vielleicht war das die eigentliche Aufgabe des Kellners, anstatt uns zu Alkohol zu überreden), daher mussten wir die Kosten auch nicht zahlen. Ist aber auf jeden Fall gut zu wissen, bisher hatten wir das noch nicht :)


Morgen fahren wir früh los und einmal quer durch Japan nach Sendai. Deshalb heute auch eher früh ins Bett :) habt alle noch einen schönen Tag! (bzw. startet gut in den Tag @Kalifornien)


Zu den Fotos:

1. Der Blick vom Dach unseres Hotels, da konnte man grad Schulkinder Fange spielen sehen :)

2. Der Abendhimmel zwischen Bahnhof und Bibliothek

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Friedensstadt Hiroshima
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Hiroshima 2026-09-07
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Friedensstadt Hiroshima - Foto 4

Heute ging es für uns früh los, schließlich hatten wir eine Zugfahrt vor uns. Gefrühstückt haben wir in einem 7-Eleven auf dem Weg zum Bahnhof, da gab es solide bis leckere Instant-Ramen, aber auf jeden Fall für einen guten Preis. Im Shinkansen haben wir uns erstmal auf reservierte Plätze (nicht von uns reserviert) gesetzt und mussten uns nochmal umsetzen. In Hiroshima sind wir mit dem Bus zum Hotel gefahren und haben dort unser Gepäck abgeladen.


Hiroshima hat etwas über 1 Million Einwohner, liegt ebenfalls am Meer und an einem Flussdelta. Prägend ist natürlich der Atombomben-Abwurf, der die Stadt völlig zerstört hat. Dadurch gibt es kaum "alte" Sachen, aber die Stadt wirkt relativ strukturiert und irgendwie mit mehr Platz auf Straßen und Wegen und mehr Grünflächen. Außerdem gibt es das größte Straßenbahnnetz Japans (damit sind wir aber noch nicht gefahren).


Wir sind dann zum Friedensmuseum gefahren. Da haben wir einen Vortrag gehört und uns dann einige Stunden mit Zerstörung, Leid und Tod auseinandergesetzt. Das war schon hart und irgendwie krass, ein gefühlt deutsches/europäisches Thema jetzt in diesem ganz anderen Land wieder zu treffen - aber ich denke mal, das macht einen Weltkrieg aus. Und als kleiner positiver Nebeneffekt: Ich hab das Gefühl, durch die ganzen historischen Karten schon halbwegs Orientierung über die Stadt bekommen zu haben.


Die Zeit vor dem Sonnenuntergang waren wir dann im Friedenspark unterwegs, haben die verschiedenen Denkmäler angeschaut und auch die Atombombenkuppel, ein nicht ganz zerstörtes Gebäude ungefähr im Zentrum der Explosion. Der Park liegt auch ganz schön zwischen zwei Armen des Flusses und es war nach dem Museum ein sehr angenehmes Gefühl, einfach in der frischen Luft unter freiem Himmel herumzuschlendern.


Wir hatten tatsächlich auch noch bisschen Sonne bzw. einen schönen Sonnenuntergang. Und als letztes wollten wir uns noch Hiroshima Castle anschauen. Auch diese wurde durch die Atombombe zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Man konnte sie zwar nur von außen anschauen, das hat zu dieser Uhrzeit und unserem Hunger auch gut gepasst und der Park war wieder schön angelegt. Dann gab es noch Ramen in einer unfassbar großen Mall und dann sind wir zurück ins Hotel gefahren und haben unser recht schönes Zimmer bezogen :)


Meinem Magen geht es übrigens gut, auch wenn wieder Fleisch im Abendessen versteckt war, das ist also sehr positiv zu vermerken!


P.S. Ich hab die Zeichen für Atombombe gelernt: 原爆 - irgendwie find ich die auch sehr passend...

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Osaka-Eskapaden
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Osaka 2026-09-06
Osaka-Eskapaden - Foto 1
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Osaka-Eskapaden - Foto 4

Soo es folgt ein kleiner Rückblick der letzten beiden Tagen:


Da wir unser Hostel-Frühstück nicht mehr hatten, mussten wir uns jetzt selbst etwas Essbares suchen. Aus Versehen sind wir in einem australischen Café gelandet, das war aber ganz lecker.


Dann ging es zum Shitenno-ji. Als erstes haben wir gesehen: Es gibt wieder Schildkröten! Diesmal auch ganz schön viele und sie hatten tatsächlich auch ein Sonnendeck (wo trotz fehlender Sonne einige drauf waren), das sah also ganz gemütlich aus :)


Dann haben wir ein bisschen den Tempel erkundet. Das war ganz cool, weil es auch wirklich buddhistischen Betrieb gab. Man konnte also den Mönchen ein bisschen über die Schulter gucken, wie sie Rituale mit Räucherstäbchen, Klangschalen und Singsang durchführen.

Wir haben schon mehrmals gesehen, dass man für eine kleine Spende Holztäfelchen beschriften kann, wussten bisher nur nicht, was damit dann passierte. Das haben wir jetzt herausgefunden, sie werden nämlich quasi mit ins Gebet genommen, also ein Mönch liest jede einzelne vor (bisschen wie Fürbitten vielleicht?).


Neben dem Tempel gab es eine Art Flohmarkt, wo es schöne Sachen zu kaufen gab. Wir haben rausgefunden, dass es fürs Einkaufen zwar funktioniert, die Kommunikation aber echt nicht so easy ist, wenn man kein Japanisch und das Gegenüber kein Englisch spricht...


Wir hatten dann das kulturelle Programm für Osaka erstmal abgehakt und waren der Meinung, jetzt unseren Amazing Pass noch vollends zu nutzen. Also haben wir erstmal eine Bootstour über einen der Flüsse gemacht. Danach gab's Mittagessen. Hättet ihr gedacht, dass in dem Gericht Fleisch ist, wenn man "Tofu-Nudeln" bestellt? Also ich jedenfalls nicht. Tatsächlich waren aber einfach die Nudeln aus Tofu und das Braune, was ich auf dem Bild für Tofu gehalten habe, war Fleisch...


Naja, weiter ging es an den Hafen. Da hatten wir bis zu unserem fest geplanten Programmpunkt später noch ein bisschen Zeit zu überbrücken. Also haben wir eine Runde im Riesenrad gedreht, das echt ziemlich hoch war und uns einen guten Blick über den Hafen und Osaka verschafft hat. Max wollte eigentlich noch ins Legoland, das direkt daneben war, da durfte man aber ohne Begleitung von Kindern leider nicht rein :/ also haben wir uns kurz in der Mall umgesehen. Und dann war es auch schon Zeit für unseren "Twilight Cruise auf der Santa Maria". Mit Sonne und dementsprechend Sonne wär das bestimmt noch toller gewesen als mit Nieselregen (das erste Mal an dem Tag) und starkem Wind, war aber trotzdem sehr erlebnisreich und einfach ganz cool durch den Hafen zu schippern. Wir haben auch ein Hundertwasser-Haus entdeckt, das wohl eine große Müllverbrennungsanlage ist.


Als letztes sind wir noch kurz in das amerikanische Viertel gefahren, in dem es auch eine kleine Freiheitsstatue zu sehen gab. Und dann ging es auch schon zurück ins Hostel und mal ziemlich früh ins Bett.


Tagsüber haben wir uns übrigens an einer neuen Vokabel geübt: Entschuldigung - Sumima-sen. Die kann man nicht ganz so oft einsetzen wie Arigato, ist aber auch sehr praktisch, grad wenn man sich nicht so super mit den Verhaltensregeln auskennt... Und das ein oder andere Konnichi-wa haben wir auch verlauten lassen :)


Insgesamt können wir den Osaka Amazing Pass auf jeden Fall sehr empfehlen! Und was auch sehr amazing war, wir sind deutlich besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurechtgekommen als in Kyoto oder gar in Tokyo. Wir haben die richtigen Linien oft auf Anhieb in der Station gefunden und es in Google Maps-angepeilter Zeit von A nach B geschafft. Es gab zwar einfach auch deutlich weniger sich überschneidende Linien als in Kyoto und gar keine Busse, aber ein Erfolg ist ein Erfolg!


P.S. Ihr bekommt noch ein Bild aus der "Sky Lounge" unseres Hostels, es ist zwar nicht überall so krass, die Aussicht finde ich aber recht sinnbildlich für Osaka.

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Amazing Osaka
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Osaka, Japan 2026-09-05
Amazing Osaka - Foto 1
Amazing Osaka - Foto 2
Amazing Osaka - Foto 3
Amazing Osaka - Foto 4

Nächster Tag, nächstes Mal das Frühstücksbuffet plündern! Gleichzeitig haben wir wieder den Tag geplant und ein paar Infos zu Osaka gesammelt (Kurzfassung: drittgrößte Stadt Japans, gleichzeitig die wirtschaftsstärkste, liegt am am Meer, also historisch große Handelsbedeutung. Im 2. Weltkrieg stark zerstört. Achja und zum Dort-Leben zweitteuerste Stadt der Welt - direkt nach Tokio. An der Stelle LG an Max ;) )


Nach dem Sachen haben wir das Hostel verlassen und erstmal über den blauen Himmel gestaunt. Das war heute auch der einzige regenfreie Tag in Wetterbericht-Aussicht, aber wir werden sehen...

Die beiden Städte bilden gemeinsam ein Riesen-Ballungsgebiet (insgesamt 17, Mio Einwohner), deswegen konnten wir einfach mit der U-Bahn rüberfahren und haben nur etwas über eine Stunde gebraucht. Im Zug haben wir uns den "Osaka Amazing Pass" für heute und morgen gekauft. Für je 5000 Yen können wir Zug fahren und in jede Menge Attraktionen mit kürzeren Warteschlangen, das klang nach einem guten Deal, der heute auch sehr gut aufgegangen ist! (An der Stelle einmal, wie wir seit dem Flugzeug Yen umrechnen: 1000 Yen ~ 6 Euro -> "1000 sind 6")


Am Hostel haben wir kurz unser Gepäck abgestellt und sind dann direkt zu Osaka Castle gelaufen. Dabei sind uns direkt Unterschiede zu Kyoto aufgefallen. Während es dort viele schmale Gassen und Einbahnstraßen und dafür viele Busse/U-Bahn gab, ist Osaka von großen Straßen und Hochhäusern geprägt. Außerdem gibt es weniger Öffis, aber dafür mehr Fahrräder.


In Osaka Castle sind wir den Hauptturm hochgestiegen, haben die Aussicht genossen und uns versucht zu orientieren und etwas über die Geschichte mitgenommen. Die Anlage ist riesig und war eigentlich dafür ausgelegt, uneinnehmbar zu sein. Nicht nur hat das nicht geklappt, die Burg wurde auch mehrmals von Kriegen und Blitzen zerstört. Im heutigen Zustand sieht der Hauptturm zwar von außen toll aus, innen sind aber Betontreppen und auf jeder Ebene Ausstellungen, also definitiv nicht wie früher. Dann haben wir noch eine Bootsfahrt im Burggraben gemacht (der Amazing Pass hehe), das war ganz witzig und gemütlich, hat uns noch einen schönen Blick auf die Burg geboten und ein besonderes unerwartetes Highlight verschafft: In dem Burggraben schwimmen einfach Schildkröten rum! Keine Ahnung, wie die es da toll finden mit einem Boot alle 10 Minuten und kaum Plätzen zum Rausklettern, aber sie existieren auf jeden Fall, das war sehr süß :)


Wir waren dann indisch essen und sind weitergezogen zu einem Aussichtsturm. Die Aussicht war auch nochmal bisschen besser als von der Burg, der Weg da hin aber echt hart. Es gab nämlich nur sehr kleine Aufzüge und sehr viele Leute. Außerdem war der Weg im Inneren des Turms die reinste Ausbeutung, man konnte überall Spielzeug kaufen, Fotos machen und kaufen, Süßigkeiten kaufen, Geld spenden oder Souvenirs kaufen... (vielleicht versteht ihr das Konzept) und das hat sich über eine ganze Stunde gezogen. Wir waren dann froh, als wir es wieder rausgeschafft haben, sind aber gleich wieder rein zum Runter-rutschen (wieder mit dem Pass und diesmal deutlich kürzerer Schlange). Das war auch ganz witzig :)


Es wurde inzwischen schon so dunkel, wie es in einer Großstadt halt wird (ca. 18:30) und wir haben noch ein Stadtviertel besucht, das bekannt für sein Abendleben sein soll. Und das war auch wirklich ein krasses Erlebnis. Alle paar Meter neue Gerüche, sehr viel Essen und Kugelfisch, Krabben oder Thunfisch ausgestellt zum selbst-aussuchen haben meinem Magen leider wieder ein bisschen Probleme bereitet (das find ich echt bisschen blöd und hätte ich nicht so erwartet, aber gut ich bin halt echt seit Jahren nur vegetarische Küche gewohnt). Es gab aber überall etwas Neues zu entdecken und zwischen blinkenden Lichtern und Neonreklame hat sich die junge Bevölkerung Osakas getummelt. Das war bisschen so, wie ich mir Japan vorgestellt hab. Und neben dem höflichen/sauberen und dem traditionellen/kulturellen/ruhigen Japan ist das sicher auch eine wichtige Seite Japans, die wir jetzt kennengelernt haben. Es waren zwar krass viele Reize, wir haben aber schon gesagt, dass wir morgen vielleicht wieder hingehen wollen :)


Ich hab für meinen Bauch bisschen Ausschau nach Vegetarischem gehalten, das war aber zumindest dort echt schwierig. Osaka ist jetzt natürlich auch eine Hafenstadt und es gab sehr viele Meeres-Sachen, aber das war schon überraschend. Am Ende wurde es Ramen mit (wahrscheinlich) Schweinefleisch. Das war auch sehr lecker und das Fleisch um einiges zarter als das "auf der Zunge zergehende" Wagyu-Rind. Mein Magen spürt das jetzt, aber hält sich alles noch in Grenzen :)


Im Hostel haben wir jetzt unser Zimmer mit romantischem Doppelbett bezogen und gehen auch bald schlafen. Für morgen haben wir noch keine großen Pläne, aber wir wollen den Pass noch auskosten!

Bewertung:
★ ★ ★ ★ ★
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Kulinarische Kostproben in Kyoto
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Kyoto 2026-09-04
Kulinarische Kostproben in Kyoto - Foto 1
Kulinarische Kostproben in Kyoto - Foto 2
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Kulinarische Kostproben in Kyoto - Foto 4

Gestern haben wir uns zuerst mal das All-you-can-eat im Hostel schmecken lassen und dabei einen Plan für den Tag gemacht. Außerdem haben wir uns eingelesen zu Shogun- und Kaiser-Dynastien, Samurai und erzwungenem Selbstmord (zum Glück erst nach dem Essen)...


Dann ging es auch schon los, zuerst zur Shogunen-Burg Nijo. Da drin sind allerlei für Japan wichtige Dinge passiert, zum Beispiel wurde der erste Shogun ernannt und der letzte hat seine Macht wieder abgegeben. Das sieht man der Burg auch an, aber auf eine ganz andere Weise als in Deutschland/Europa. Zuallererst musste man sich die Schuhe ausziehen und dann konnte man viel geschnitztes Holz, Reismatten, Gold und Wandmalereien mit Pinienbäumen, Tigern oder Kranichen bestaunen. Alles übrigens nur auf einer Ebene, dafür aber mit mehreren Gebäude-Abteilen. Der Fußboden heißt Nachtigallenboden und hat beim Laufen echt immer bisschen gezwitschert. Das ist wohl gar nicht so selten und liegt einfach an der Bauweise, mir gefällt aber die Legende, dass der erste Shogun Angst vor Verrätern hatte und das deswegen so gebaut hat :)


Danach haben wir uns noch außenrum die Gärten der Burg angeschaut (da durfte man dann auch wieder Fotos machen, anders als drinnen). Und als nächstes sind wir weitergezogen zum Kinkaku-ji (wer sich erinnert, jetzt K statt G -> "Goldener Pavillon"). Da hat es dann ziemlich geschüttet und der Pavillon konnte nicht in seinem ganzen Glanz erstrahlen, war aber trotzdem sehr hübsch. Außenrum wie gewohnt wieder sehr schön angelegte Gärten und sehr passend war sogar ein weißer Kranich auf dem See unterwegs...


Immer noch auf dem Gelände haben wir außerdem eine kleine Teestube besucht und einen Matcha getrunken. Das war auch ein Erlebnis mit Schuhe ausziehen, Knien, Verbeugung und Teeschale drehen. Das Getränk hat deutlich mehr nach Tee (und weniger nach Gras) geschmeckt als ich die Matchas aus Deutschland kenne, das fand ich ganz gut :)


Eigentlich wollten wir dann weiter zum buddhistischen Ryoan-ji mit bekanntem Steingarten. Auf dem Weg wurden wir aber von einem enthusiastischen Japaner angesprochen, der uns davon überzeugt hat, in seinem neu eröffneten Restaurant ein Gratis-Essen gegen eine ausführliche Google-Bewertung zu essen. Um ehrlich zu sein, war da gar nicht so viel Aufwand nötig, er war auf jeden Fall trotzdem sehr überzeugend. Also sind wir reingegangen, haben die Bewertungen geschrieben und das Essen serviert bekommen. Währenddessen wurde uns klar, dass man für diese Gerichte normalerweise je 15.000 Yen (ca. 90€) hinblättern soll... Er hat uns dann auch noch begeistert von dem guten Wagyu-Rind, das sich in meinem Ramen und Max' Burger befand, erzählt und uns ebendieses dann flambiert. Wir haben es uns dann schmecken lassen und an sich war es auch sehr lecker, nur hatte mein tolles Steak irgendwie ungefähr Schuhsohlen-Konsistenz. Max meinte schon, eigentlich hat man nicht 5 Minuten daran zu kauen, vor allem wenn es das tolle Wagyu sein soll, was ich aber inzwischen sehr bezweifle. Naja, der geschenkte Gaul (ihr wisst...), aber das war echt nicht so toll, das lag mir auf jeden Fall noch ein paar Stunden im Magen. Für das Restaurant hoffe ich, das servieren sie ab jetzt nicht immer so, sonst wird das glaub ich nichts mit den Preisen... Aber ansonsten war das eine sehr witzige Erfahrung!


Ich bin dann zurück ins Hostel gefahren, weil ich ein Meeting für das Herbstlager-Programm hatte, während Max noch einen Tempel angeschaut hat. Abends sind wir noch Sushi essen gewesen, ich hab wieder auf vegetarisches geachtet und hatte eine sehr interessante und leckere Kombi. Danach wollten wir noch die Bar auf unserem Dach anschauen, da war aber nichts los (wahrscheinlich wegen Regen), deswegen ging es für uns ins Bett, wir wollten am nächsten Vormittag schon weiter nach Osaka :)

Bewertung:
★ ★ ★ ★ ★
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Tempeltour in Kyoto
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Kyoto 2026-09-03
Tempeltour in Kyoto - Foto 1
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Tempeltour in Kyoto - Foto 4

Soo herzlich willkommen zurück im fernen Osten!


Erstmal noch ein kurzer Nachtrag zu gestern Abend: Nachdem unser Hostel kurz vor 23:00 Uhr immer noch nicht geantwortet hatte, haben wir uns entschlossen, anzurufen. Bei meinem Handy hat das aber nicht funktioniert (irgendwas komisches mit den SIM-Karten) und Max müsste Gebühren bezahlen. Deswegen haben wir einen Japaner in unserem Alter gefragt, ob wir kurz mit seinem Handy telefonieren dürfen. Nicht nur das, er hat sogar für uns angerufen und alles geklärt. Er ist dann auch in Kyoto ausgestiegen und meinte, er kann uns einfach mitnehmen in den nächsten Zug und bis zu unserem Ausstieg. Wir haben dann noch bisschen gequatscht und nach den ganzen distanzierten Japanern bisher war er eine sehr erfrischende Abwechslung (er war glaub der erste bisher, der auch mal "No" gesagt hat). Also das war echt richtig lieb und wir waren SEHR dankbar! Außerdem habe ich meine erste japanische Vokabel gelernt - "Arigato", danke (Eselsbrücke: klingt so ähnlich wie Alligator), ich hab das Gefühl, das Wort ist hier sehr wichtig.


Im Hostel angekommen haben wir kurz eingecheckt. Das Hostel ist sehr ruhig und sauber und hat alles, was man so braucht. Wir sind dann aber auch sehr schnell ins Bett gegangen und gegen 0:30/1:00 Uhr geschlafen.


Am nächsten Morgen (wir sind ziemlich gleichzeitig aufgewacht) ist uns aufgefallen, dass gar nicht mehr Morgen ist. Es war stattdessen schon 13:30 Uhr... Vielleicht haben wir den Jetlag doch ein kleines bisschen unterschätzt, ich schieb's aber eher auf den doch sehr anstrengenden Vortag und dass der Schlaf einfach nötig war. Ein Wecker wäre aber eventuell eine gute Idee gewesen hehe


Nach einer Dusche haben wir uns wieder gefühlt wie neu und es direkt los und erstmal auf die Suche nach etwas Essbarem. Fündig wurden wir in einer Ramen-Bar, in der wir nach inzwischen fast 24 Stunden mal wieder etwas gegessen haben und das auch ziemlich lecker.


Danach haben wir die paar "Sonnenstunden" genutzt, um verschiedene Tempelanlagen und Schreine anzuschauen, die ziemlich konzentriert im Nordosten der Stadt liegen. Dazu vielleicht kurz: es ist warm und regnerisch, wir hatten manchmal die Regenjacke an und manchmal nicht, die Haare waren den ganzen Tag nicht trocken und meine Füße irgendwann auch nicht mehr... Insgesamt aber deutlich angenehmere Luft als gestern Abend und somit war ich eigentlich ganz dankbar für den Regen.


Als erstes waren wir im Ginkaku-ji ("Silberner Pavillon", der hätte nämlich irgendwann noch ein silbernes Dach bekommen sollen, ist aber nie passiert) - Bild 1. Die künstlich perfekt angelegte Gartenanlage war sehr schön und ein krasser Kontrast zum schnellen, bunten Großstadt-Kyoto. Wir haben außerdem am Schrein von Hachiman geklingelt, ohne wirklich zu wissen, was dann passieren soll, aber wir haben uns das bei anderen abgeschaut.


Danach sind wir den "Philosophenweg" entlanggelaufen und haben verschiedene kleinere und größere Anlagen besichtigt. Manche konnten wir aber nur noch von außen anschauen, weil wir nach 17 Uhr unterwegs waren (definitiv ein Learning für die nächsten Tage). Zwischendurch sind wir auf einem alten Friedhof im Wald gelandet, das war auch voll interessant, weil jedes Grab eine kleine Stein-Architektur war und es weder Bilder noch Blumen gab, dafür aber beschriftete Holz-Schilder - Bild 2. Beendet haben wir die Tempel-Tour vorerst mit einem Schrein relativ weit oben im Wald - Bild 3, da wurde es aber auch schon dunkel und wir haben uns langsam in Richtung Abendessen bewegt. Der Teil, wo wir heute waren, ist ganz am Rand der Stadt, insgesamt sehr grün und entspannt. Das war voll angenehm :) Für die nächsten Tage will ich mich ein bisschen mehr informieren, was wir da eigentlich so sehen, ich wusste heute nämlich, ob die Sachen für Buddha oder eine der Gottheiten waren, viel mehr aber oft nicht.


Das Abendessen war ein Erlebnis, deswegen dazu ein ausführlicherer Bericht - Bild 4. Erstmal haben wir Schuhe ausgezogen und uns auf die Matten gesetzt. Das haben wir aber eher bisschen geraten, zu dem Zeitpunkt waren wir nämlich allein in der Lokalität. Dann wurde uns Wasser mit Rauchgeschmack serviert. Max (passionierter Club Mate-Trinker) wollte mir weismachen, dass das Tee sein soll, der hat mich aber auf jeden Fall nicht so abgeholt. Max und ich hatten unterschiedliche Gerichte, dabei aber viele gleiche Sachen. Das wäre natürlich einmal Reis, dann eine Art Tofu-Salat (?), so würzige Blätter (Alge vielleicht) und Tempura. Max hatte außerdem eine Suppe, bei der wir uns ganz lang nicht sicher waren, wie er sie essen soll, bis wir bei anderen abgeschaut haben, dass man sie tatsächlich schlürft. Ich hab Tofu zum selbst fertig kochen bekommen. Den hab ich dann in diese dunkle Soße getaucht und so eine Art Suppe draus gemacht (ich hatte aber tatsächlich einen Löffel). Der Tofu war dann extrem weich und die Soße sehr sehr lecker! Die Tempura waren auch richtig gut, mein Favourite waren Pilze. Es war auch Fleisch dabei und ich hab mich entschieden, die Vegetarier-Streak offiziell zu brechen (nur für Japan!). Es war irgendwie echt unspektakulär, eher nicht so toll und gefühlt lag es mir danach bisschen im Magen, das kann aber auch gut Einbildung oder das andere ungewohnte Essen sein.

Es fühlt sich auch echt komisch an, aber ich will mich hier beim Essen bestellen nicht so enschränken und auf alles achten müssen, grad weil das oft so viele verschiedene Sachen sind. Und wenn ich Fleisch bestelle, will ich es auf jeden Fall auch essen und nicht in den Müll wandern lassen...


Nach dem Abendessen sind wir noch zum Fushimi Inari-Taisha gefahren. Das ist ein riesiger Tempel- und Schrein-Komplex und eben der Gottheit Inari gewidmet. Die Besonderheit ist der Weg auf den Gipfel Mount Inari, der durch tausende rote Holz-Tore führt. Wir sind nicht ganz hochgegangen, hatten aber zwischendurch auch schon einen guten Blick über Kyoto. Auch auf dem Rückweg waren am Wegesrand dann extrem viele Schreine und Bögen, teilweise voll durcheinander.


Meine Energie hat dann sehr nach Hostel gerufen und da sind wir jetzt auch, ich sitz im Bett und schreib die letzten Zeilen. Morgen stellen wir uns einen Wecker und genießen dann das All-you-can-eat-Buffet im Hostel!


Ich freu mich auf die nächsten Tage, die Leute und die Kultur besser kennenzulernen und irgendwann vielleicht sogar das Gefühl zu haben, ich kenn mich aus, was Züge und den Verkehr angeht.


Liebe Grüße nach Deutschland!


P.S. wir wurden von verschiedenen Schildern insgesamt vor Schlangen, Bären, Affen und Wildschweinen gewarnt, ich wusste gar nicht, dass wir hier so im Urwald sind! (haben aber nichts dergleichen getroffen, nur extrem laute Grillen)

Bewertung:
★ ★ ★ ★ ★
5.0 (0)
erste Schritte in Japan
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Tokyo Station 2026-09-02

Der Plan war, erstmal zum Hauptbahnhof ("Tokyo Station") zu fahren. Da wollte Max einen Koffer einschließen und wir dann mit dem Shinkansen nach Kyoto düsen, wo unser erstes Hostel steht.


Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so schwierig ist, vom Flughafen zum Bahnhof zu kommen, aber es gab einfach zu viele Verkehrsmittel, Linien, Tickets und Schriftzeichen ohne Übersetzung. Mit der Beratung von ein paar freundlichen japanischen Angestellten haben wir es aber dann geschafft. Danke Papa übrigens für die Kreditkarte! Dieses aufladbare Ticket hat richtig gut funktioniert und alles bisschen unkomplizierter gemacht. Inzwischen (ca. 20:00 Uhr) war der Zeitdruck schon ein bisschen da, weil wir bis 23 Uhr in Kyoto einchecken müssen und der Zug noch gute 2 Stunden braucht...


Deswegen hat Max alleine seinen Koffer weggebracht und ich wollte in der Zeit Shinkansen-Tickets besorgen. Die freundliche Dame am Schalter meinte zu mir, das sollen wir aber gemeinsam machen (inzwischen glaub ich, sie hat einfach nicht gecheckt was ich wollte und wollte mich höflich loswerden). Also hab ich gewartet, bis Max zurückkommt. Der hat aber ja leider den Bahnhof verlassen und kam ohne nicht wieder rein. Mein Ticket hat sich bei der Shinkansen-Ticket-Aktion auch entwertet, ich war aber noch im Bahnhof. Also nicht grade die beste Ausgangssituation...


Ich hab's dann irgendwie rausgeschafft (glaube nicht ganz legal), wurde draußen fast vom Linksverkehr überfahren und hab mich dann parallel mit Google Maps, Max' Standort und dem schönen Plan auf dem Foto versucht zu Max zu navigieren. Das war bisschen das Lowlight des Tages :/


Irgendwann hab ich es aber zu Max geschafft und wir haben am Schalter Tickets geholt. Da ist uns erstmals aufgefallen, dass die Shinkansen-Fahrerei, die wir geplant haben, echt ziemlich im Geldbeutel zu spüren sein wird hehe... Irgendwie haben wir nur rausgefunden, dass es nichts bringt, früher Tickets zu holen und haben nie wirklich Preise angeschaut. Wir haben jetzt aber auch nochmal überlegt und hätten glaub trotzdem nichts anders geplant :)


Naja der Shinkansen, auf den ich mich irgendwie sehr gefreut hab, hat also einen kleinen Dämpfer bekommen. Aber er fährt auf jeden Fall echt schnell durch die nächtliche Gegend (die Sonne geht übrigens um 18 Uhr unter, fand ich auch spannend) und ist ganz gemütlich. Achja, es ist halb 11 und wir warten noch auf eine Rückmeldung vom Hostel, ob/wie wir da reinkommen, obwohl man eigentlich nur bis 23 Uhr einchecken kann, das schaffen wir nämlich nicht. Zur Not ruf ich gleich an, weiß aber nicht, ob die Kommunikation so grandios funktionieren würde.


Also grad nicht die beste Stimmung, wir brauchen beide einfach dringend Essen, ein Bett und eine Dusche (Max fällt neben mir grad auch die ganze Zeit in Sekundenschlaf :/ ). Aber wir haben auf jeden Fall schon sehr gemerkt, dass das Leben und auch die Menschen hier ganz ganz anders sind als wir es kennen und es wäre unter anderen Bedingungen sehr faszinierend. In dem Sinne vielversprechend, wenn wir für die nächsten Tage mal einen Plan machen und bisschen mit Pause reinstarten können! Ich drück die Daumen, dass das mit dem Hostel jetzt nicht kompliziert wird!


Ah und zum Thema Jetlag, ich glaub das wird nicht so problematisch. Also grad bin ich sehr müde und kaputt, aber das ist ja auch gar nicht schlecht, schließlich wird hier grade Nacht :) Also das ist überraschend okay Stand jetzt, mal schauen wie es sich weiter entwickelt...


P.S. an meine aktiven Fans: ich werd übrigens nicht immer so viel schreiben und vor allem wahrscheinlich nicht allzu regelmäßig, aber das mal als Einblick in die ersten bisschen-mehr-als-24-Stunden der Reise (fühlt sich jetzt schon nach seeeehr viel mehr an) und ganz liebe Grüße an die verschiedenen Zuhauses, die das hier lesen :)

Bewertung:
★ ★ ★ ★ ★
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Anreise
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International Airport Beijing 2026-09-02

Los ging die Reise quasi gestern mittag am Flughafen München. Kurz bevor ich mein Aufgabegepäck aufgegeben hab, ist mir aufgefallen, dass meine Kamera da vielleicht nicht drinbleiben sollte. Außerdem hat Max erzählt und es hingen Zettel aus, dass Powerbanks ohne 3C-Zertifizierung (genau so eine hab ich) in China verboten sind. Da war's aber dann zu spät und ich hab das Experiment gestartet, ob ich sie behalten darf.


Ansonsten war alles recht entspannt, wir waren frühzeitig am Gate und sind dann pünktlich losgeflogen. Der Flug war auch ziemlich entspannt und ging relativ schnell vorbei. Ich hab insgesamt zwei (tatsächlich ziemlich okay leckere Mahlzeiten) gegessen, ein Thema Biochemie gelernt und natürlich viel aus dem Fenster geschaut. Das war noch eine bessere Lern-Aussicht als vom Schloss...


Irgendwann nachmittags wurde dann alles abgedunkelt, weil in China grade Nacht wäre, also hab ich auch bisschen geschlafen, das war auch ganz gut. Nach ca. 10 Stunden sind wir dann in Peking gelandet, Ortszeit 4:45 Uhr. Nachdem wir unsere Wasserflaschen aufgefüllt haben, den Transit-Bereich gefunden haben, die Wasserflaschen wegen dem Sicherheitscheck schnell ausgetrunken haben und ich meine Powerbank tatsächlich behalten durfte, haben wir uns den Sonnenaufgang angeschaut und hatten ein ganz komisches Zeitgefühl.


In Mitteleuropa wäre eigentlich grade erst später Abend/Nacht gewesen, für uns hat es sich aber irgendwie angefühlt wie ein langer Tag mit kurzem Mittagschlaf, also eher nach Nachmittag. Mit der Helligkeit und Wärme der Sonne hat der Körper dann aber irgendwann gecheckt, dass die Sonne gerade auf- und nicht untergeht... Ein Starbucks-Kaffee für 37 Yuan hat dann final erstmal den Müdigkeitsschub verhindert.


In Peking wurde der Flughafen erkundet, Zähne geputzt, weiter Biochemie gelernt und der Bericht fürs Survival Camp geschrieben. Ansonsten haben wir einfach bisschen die Zeit totgeschlagen, waren aber trotzdem ganz guter Stimmung. Ich wollte eigentlich testen, welche Websites von China geblockt werden, hab's aber leider nur für so 30 Sekunden ins WLAN geschafft, also ist das leider ausgefallen.


Der zweite Flug ging dann gegen Mittag (Ortszeit) weiter. Im Vergleich zum ersten bisschen kleiner und man konnte die englischen Durchsagen immerhin manchmal verstehen. Auch in Tokio sind wir wieder pünktlich gelandet, haben dann noch bisschen Zeit bei der Einreise gebraucht und waren dann auf einmal auf uns gestellt, frei und raus aus klimatisierter Flughafen-Luft.

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